Warum KMU jetzt in OT-Sicherheit investieren müssen

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Ihre Produktionsanlage läuft rund um die Uhr. Sie ist das Herzstück Ihres Unternehmens und genau das macht sie zum Ziel für Cyberkriminalität. Während viele KMU ihre IT-Sicherheit ernst nehmen, wird ein anderer Bereich oft übersehen: die Operational Technology (OT). Das sind die Geräte, Systeme und Anlagen, die Ihre Produktion steuern. Und hier beginnt ein großes Problem.

Die Bedrohungslage ist real

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt: Angreifer*innen haben zunehmend Produktionsanlagen im Visier. Ransomware-Gruppen erpressen Unternehmen durch die Stilllegung von Anlagen. Sabotage wird zur Waffe und die Opfer sind zunehmend mittelständische Unternehmen.

Laut BSI-Lagebericht 2023 sind es gerade die mittleren Unternehmen, die vor allem von IT-Sicherheitsvorfällen betroffen sind. Ein Angriff auf Ihre OT kann bedeuten:

  •  Produktionsstillstand (Stunden oder Tage)
  • Finanzielle Erpressung (Hunderttausende Euro)
  • Reputationsschaden (Vertrauen von Kundschaft geht verloren)
  •  Personenschäden (wenn Sicherheitssysteme ausfallen)

Neue Gesetze zwingen zum Handeln

Es geht nicht nur um Risiken, es geht auch um Compliance. Zwei neue europäische Regelungen ändern die Spielregeln:

Für Hersteller und Integratoren gilt der Cyber Resilience Act (CRA). Dieser verpflichtet Sie, die digitalen Risiken Ihrer Produkte und Komponenten zu analysieren und zu dokumentieren. Schwachstellen müssen systematisch ermittelt und behoben werden.

Für Betreiber von Anlagen: Die NIS 2-Richtlinie fordert von Betreibern ein angemessenes Cyber-Risikomanagement. Zum Beispiel können Sicherheitsschulungen zur Risiko-Sensibilisierung beitragen und Kompetenzen von Mitarbeitenden durch Trainings und Handlungsempfehlungen gestärkt werden.

Das Problem: Fachkräftemangel und begrenzte Ressourcen

Aber hier liegt das Dilemma vieler KMU: 

  • Sie haben keine dedizierten IT-Sicherheits-Experten im Team
  • Sie haben kein Budget für teure externe Berater 
  • Sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen
  • Sie brauchen praktische Lösungen, nicht theoretische Konzepte

Hinzu kommt der Fachkräftemangel. Gute OT-Sicherheits-Expert*innen sind schwer zu finden und teuer.

So können Sie jetzt handeln

Die gute Nachricht: Sie müssen nicht allein anfangen. Es gibt konkrete, praktische Schritte:

  1. Risiken erkennen: Verstehen Sie, welche Schwachstellen in Ihren Anlagen und Produkten existieren. Eine strukturierte Risikoanalyse zeigt Ihnen, wo die größten Gefahren lauern und wo Sie anfangen sollten.
  2. Schwachstellen systematisch managen: Schwachstellen sind unvermeidlich. Wichtig ist: Sie müssen sie schnell erkennen und beheben. Ein strukturiertes Schwachstellenmanagement ist heute nicht mehr optional.
  3. Ihre Mitarbeitenden schulen: OT-Sicherheit ist ein Teamsport. Ihre Mitarbeitenden in der Produktion müssen verstehen, warum Sicherheit wichtig ist und wie sie richtig handeln. Praktisches Training an echten Systemen ist effektiver als Theorie.

Geförderte Unterstützung nutzen

Sie müssen nicht bei Null anfangen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert unter anderem explizit Projekte, die sich auf OT-Sicherheit spezialisiert haben. Denn durch einen sicheren Mittelstand, entsteht auch Sicherheit für die deutsche Wirtschaft. Es entstehen aktuell kostenfrei Angebote, die speziell für KMU entwickelt werden.

  • Tools zur Unterstützung bei der Risikoanalyse
  • Schulungsmaterialien und Plattformen (kostenlos verfügbar)
  • Absicherungstrainings für vernetzte Anlagen
  • Praktische Handlungsempfehlungen

Diese Angebote sind von Expert*innen entwickelt, die verstehen, wie KMU arbeiten.

Die Zeit zum Handeln ist jetzt

Cybersicherheit ist nicht mehr optional. Sie ist ein Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die ihre OT-Sicherheit ernst nehmen, haben Vorteile: 

  • Sie sind weniger anfällig für Angriffe 
  • Sie erfüllen gesetzliche Anforderungen (CRA, NIS 2) 
  • Sie schützen ihre Mitarbeitenden und die Kundschaft 
  • Sie bewahren ihre Reputation 

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten: Wo stehen wir heute?Eine ehrliche Risikoanalyse ist der erste Schritt.  

Nächste Schritte

  1. Verschaffen Sie sich einen Überblick: Was sind die größten Risiken in Ihren Geräten und Anlagen? 
  2. Nutzen Sie kostenlose Tools und Materialien: Es gibt speziell für KMU entwickelte Analysetools und Handlungsempfehlungen unter anderem demnächst auf dieser Webseite. Gern informieren Sie wir dazu in unserem Newsletter. 
  3. Schulen Sie Ihr Team: Praktisches Training ist effektiver als Theorie.